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Expertenmeinung

Den Wandel mit nachhaltigen Anlagen vorantreiben

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Wie Bridgewater nachhaltige Kriterien in seinen Investmentansatz mit einbezieht. 

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Den Wandel mit nachhaltigen Anlagen vorantreiben
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Karen Karniol-Tambour, Co-Chief Investment Officer für Nachhaltigkeit bei Bridgewater, und Nathanael Benzaken, Chief Client Officer bei Lyxor, sprechen über das Engagement ihrer Unternehmen, mit nachhaltigen Anlagen den Wandel voranzutreiben, darüber, wie Bridgewater nachhaltige Kriterien in seinen Investmentansatz mit einbezieht, und über die unterschiedlichen Visionen von nachhaltigen Anlagen weltweit.

NB: Wie integriert Bridgewater einen nachhaltigen Ansatz in seine Anlagephilosophie?

K K-T: Wir alle haben Jahrzehnte unserer beruflichen Laufbahn damit verbracht, darüber nachzudenken, wie wir die Rendite im Verhältnis zum Risiko maximieren können. Auch Bridgewater hat dies getan. Aber die Welt entwickelt sich weiter, wie auch wir, indem wir eine weitere Dimension in unseren Überlegungen mit einbeziehen - die Nachhaltigkeit. Für mich persönlich ist das eine Revolution: Wir bewerten also nicht mehr nur zweidimensional Risiko und Rendite, sondern wir berücksichtigen nun bei allem, was wir tun, eben auch diese dritte Dimension, die Nachhaltigkeit.

Bei der nachhaltigen Strategie haben wir die gleichen, seit Jahren bewährten Verbesserungsmaßnahmen angewendet und haben ein traditionelles Portfolio zu einem Bridgewater All Weather Portfolio überführt. Jedoch haben wir hier bei jedem Schritt den Aspekt der Nachhaltigkeit mit einbezogen. Unserer strengen Anlagephilosophie folgend haben wir zunächst in fundamentaler Hinsicht gründlich analysiert, wie die verschiedenen Vermögenswerte, die wir halten, die Welt beeinflussen können. Zum anderen ist unsere Anlagephilosophie gleichzeitig aber auch systematisch. Wir haben demnach Tausende von Wertpapieren auf der ganzen Welt auf ihre Nachhaltigkeit hin geprüft und schließlich mit unserer bewährten Portfoliotechnik ein ausgewogenes Portfolio mit diesen nachhaltigen Vermögenswerten aufgebaut.

NB: Welche Unterschiede erwarten Sie zwischen der traditionellen All Weather-Anlagestrategie von Bridgewater und der nachhaltigen Strategie hinsichtlich Performance, Risiko und Umsetzung?

K K-B: Zunächst muss man sagen, dass sich beide Strategien viel ähnlicher sind als dass sie sich unterscheiden würden. Gegenüber einem herkömmlichen Portfolio besitzt die All Weather-Anlagestrategie eine signifikante Verbesserung in der Methodik der Portfoliokonstruktion und in der Art und Weise, wie wir Risiken gewichten. Dadurch verbessern sich auch die Ertragschancen bei der All Weather-Strategie, hauptsächlich aufgrund der risikogerechteren Zusammenstellung zweier Arten von Vermögenswerten, die in gegensätzlichen Umfeldern gut abschneiden - zum Beispiel Aktien und inflationsgebundene Anleihen: Steigt die Inflation, schneiden inflationsgebundene Anleihen gut und Aktien schlecht ab und umgekehrt.

Die Unterschiede werden ersichtlich, wenn Nachhaltigkeit mitberücksichtigt wird: Bei der Auswahl nachhaltiger Vermögenswerte erhöht sich erst einmal das Risiko-Ertragsverhältnis, denn die Diversifizierungsmöglichkeiten werden etwas eingeschränkt. Unserer Ansicht nach hat dies jedoch nur einen sehr geringen Effekt. Bei den Unternehmen beispielsweise wählen wir nur solche aus, welche die Sustainable Development (SDG) Kriterien erfüllen. Die Umstellung von Tausenden von Unternehmen auf ein paar Hundert ist in Bezug auf die Diversifizierung nicht so bedeutend. Während man auf der Ebene der einzelnen Unternehmen Unterschiede hinsichtlich Nachhaltigkeit feststellen kann, ist die Strategie als Ganzes betrachtet sehr ähnlich, wenn auch etwas weniger diversifiziert.

NB: Wie bringen Sie Investitionen in Rohstoffe mit Nachhaltigkeit in Einklang? Man kann argumentieren, dass Rohstoffinvestitionen alles andere als nachhaltig sind.

K K-T: Das ist eine sehr gute Frage. Wenn man sich die Ziele für nachhaltige Entwicklung und die darin beschriebene Vision der Welt anschaut, merkt man schnell, dass der Übergang zu mehr sauberer Energie und der Aufbau der Infrastruktur nicht ohne einen den weiteren Abbau von Rohstoffen möglich sind. Beispielsweise erfordert der Umstieg auf Elektroautos für den Bau der Ladestationen Rohstoffe wie u.a. Stahl und viel Kupfer.

Es gibt also einen großen Unterschied zwischen den Rohstoffen, deren Abbau schrittweise zurückgefahren werden muss, und denjenigen, die für die Zukunft, die wir aufzubauen versuchen, unverzichtbar sind. Das Bedauerliche ist jedoch, dass selbst bei diesen benötigten Rohstoffen der Abbau zu einem großen Teil nicht verantwortungsvoll erfolgt. In extremen Fällen, wenn z.B. beim Abbau von Kupfer viele Emissionen entstehen, nützt Ihnen der Umstieg auf ein Elektroauto vielleicht gar nichts. Es gibt auch soziale Probleme, wie Kinderarbeit oder moderne Sklaverei, die im Bergbau vorkommen. Ein verantwortungsbewusster Anleger sollte nicht versuchen, diese Rohstoffe zu ignorieren: Wichtig ist, dass er versucht, Anreize für die richtige Art des Rohstoffabbaus zu schaffen, und deshalb haben wir den Ansatz gewählt, die verantwortungsvollsten Bergbauunternehmen auszuwählen.

NB: Wie passt Gold Ihrer Meinung nach in ein nachhaltiges Portfolio?

K K-T: Wir betrachten Gold nicht wirklich als Rohstoff, da fast das gesamte gehandelte Gold bereits vor langer Zeit gefördert wurde. Hier geht es daher im Wesentlichen um Goldbarren, die heute gehandelt werden. Wir betrachten Gold aus diesem Grund fast wie eine Währung, und als eine Möglichkeit, sich gegen Inflation zu schützen, indem man einen realen Vermögenswert besitzt. Weil Gold so wiederverwertbar ist, dass es immer wieder als Vermögensspeicher genutzt werden kann, stellt es in gewisser Weise den nachhaltigsten Rohstoff dar. Und sein Inflationsschutz kann unserer Meinung nach in diesem Umfeld ein wichtiger Bestandteil des Portfolios kann.

NB: Wir erleben in Europa eine unaufhaltsame Welle von ESG-Investitionen. Würden Sie zustimmen, dass Europa in diesem Bereich die Nase vorn hat, und wie sehen Sie den Rückstand der USA, insbesondere durch die Bemühungen der neuen Regierung Biden?

K K-T: Europa ist der Zeit absolut voraus. Selbst wenn man sich nur die Klima-Stresstests ansieht, sind die europäischen Zentralbanken viel weiter, während die Fed erst begonnen hat, über solche Stresstests nachzudenken. Ich denke, dass die Welt die Art und Weise, wie Europa über ESG denkt, adaptieren wird. Wir als globaler Vermögensverwalter haben das wachsende Interesse an nachhaltigeren Anlagen und den Wandel dorthin als sehr schnell wahrgenommen. Auch wenn Anleger unterschiedlicher Meinung darüber sind, welches Element der Nachhaltigkeit am wichtigsten wäre, so sehen wir die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung als einen wirklich breiten Rahmen an, innerhalb dessen Nachhaltigkeit berücksichtigt werden kann, und zwar nicht auf Kosten eines anderen. Die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit werden sich meiner Meinung nach noch weiterentwickeln, wobei Anleger das Thema ESG aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachten.